Nachricht vom Herold 1993

Aus www.erkenfara.com

Höret, ihr Edlen und Herrscher den Ruf des Herold von Erkenfara

Wiederum wende ich mich an Euch um Bedürfnisse der Heraldik Erkenfara's zu erfüllen. Zuerst einmal einige Erinnerungen. In meinem letzten Schreiben und auf dem Phoenixtreffen in Hofheim, stellte ich die Idee einer Wappenrolle vor, mit der Bitte, Euch eine Meinung zu bilden und diese dann auch mitzuteilen, und zwar mir. Sicherlich werde ich hierzu demnächst noch Eure Depeschen erhalten.

Ein zweites Thema, welches von mir in gleicher Weise dargestellt wurde, war der Reichsherold. Zur Erinnerung: meine Empfehlung ging dahin, daß ein jedes Reich einen Herold erwählt, der dann als fachliche Autorität die Adligen seines Reiches in heraldischen Dingen berät und in enger Zusammenarbeit mit mir weitergehende Fragen erörtern und Projekte bearbeiten kann. Schließlich bot ich den zukünftigen Herolden ein beratendes Treffen an.

Nun stand im letzten Spielleiter-Rundschreiben folgendes zu lesen:

c.) Ab dem kommenden Jahr wird jedes Reich einen Herold des Reiches benennen, der gemäß seiner Funktion als Turnierwächter, Kriegs- und Friedensbote tätig ist.

Hierzu ist einiges zu sagen. Zuerst einmal meinen Dank an Thurr Orxam für den Einsatz und die Unterstützung die er meinen Ideen zukommen läßt. Aber an dieser Stelle muß ich dringend relativieren. Der von mir erbetene Zuarbeiter sollte tatsächlich lediglich nur die von mir zuerst genannten Aufgaben übernehmen und man glaube mir, damit hat dieser, neben seiner Funktion im Spiel weitaus genug zu tun um sich die Achtung der Adligen Erkenfara's zu verdienen (schließlich muß er sich ja mit Leon de Belays auseinandersetzen). Wenn wir pro Reich zwanzig oder mehr Personen hätten, wäre es überhaupt kein Problem ein Multitalent mit ausreichend Freiraum (und Zeit) zu finden, um einen echten Herold nicht nur darzustellen, sondern auch dessen vielfältige Aufgaben zu übernehmen.

Ein weiteres Problem ist, das bereits einige Charaktere in den Reichen jetzt schon Heroldsaufgaben wahrnehmen und zudem eine Menge anderer auch. Welche ja dann an den Herold fielen (oder diese arbeiten 48 Stunden am Tag und machen den Herold noch eben mit). Wer aber wollte auf die fesselnden Kriegserklärungen eines Fitzdasar oder die flammenden Reden des schönsten und schnellsten, des edlen Graf Mirvur Hee'sa verzichten. Allerdings möchte ich hier keinesfalls einem der Edlen diese Darstellungsmöglichkeit verschließen. Wer will der tue.

Eine weiterer Punkt ist die Funktion des Turnierrichters, ich denke wir sollten es dem Ritterorden überlassen, wie er die Turniere organisiert. Dabei ist dieser durchaus aufgerufen, in geeigneter Art die Herolde mit einzuplanen. Ich könnte mir vorstellen, daß der Orden dankbar über jede Hilfe sein wird und ganz fähig ist, dem Turnier mittels der Herolde noch mehr Glanz zu verleihen.

Abschließend hierzu bitte ich nunmehr die Adligen und Herrscher der Reiche sowie den Ritterlichen Orden vom Phoenix und Thurr-Orxam meine Darstellungen zu überdenken und konstruktiv Stellung zu nehmen, hierfür im voraus Vielen Dank. Nichts desto trotz erwarte ich mit Spannung die Anschreiben dersicherlich längst bestellten Herolde.

Nun mehr zu eben diesen. Ich möchte zuerst einmal auf das Erscheinungsbild eines Herolds eingehen. Zeichen seiner Würde war der Heroldstab. Es Handelt sich hierbei um einen weißen armlangen Holzstab, dessen Enden verziert sein konnten. Der Amtshöchste Herold eines Reiches durfte eine kleine Krone an der Spitze seines Stabes tragen. Als weiteres Zeichen trug er eine besondere Amtstracht, den Wappentappert. Dies war ein besonderes Übergewand in den Farben und Zeichen des Herrschers, den er zu vertreten hatte. Gleichermaßen lauteten ihr Amtsnamen so z.B.: »Ulster«, »Richmond« oder »Lord Lyon«.

Ihre Aufgaben waren, wie schon angedeutet vielfältig. Sie hatten Wappenrollen über den Adel ihrer und fremder Reiche anzulegen, mußten darüber hinaus die wichtigsten Wappen kennen und blasonieren (in einer besonderen Fachsprache beschreiben) können und über die Turnierfähigkeit der Wappenträger Bescheid wissen. Tatsächlich waren Herolde die offiziellen Boten in Krieg und Frieden; genossen den Imunitätsstatus und galten den Turniergesellschaften und Ritterorden als Schieds- und Kampfrichter. Häufig waren Sie aber auch Organisatoren von Staatsaktionen, Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten fürstlicher Höfe. Herolde waren also auch im weitesten Sinne Dirigenten des höfischen Zeremoniells und wurden in Frankreich zu den Zeremoniemeister.

Soweit nun ein kleiner Einblick. Es wird schnell klar, daß wie auf Erkenfara die Stellung des Herolds wohl bedenken müssen, und zwar erstens in personeller Hinsicht und zweitens natürlich in kultureller Hinsicht. Ich denke ein Herold aus Yaromo wird gänzlich anders aussehen und andere Funktionen haben, als ein Herold aus Northeim. Ich hoffe, ich konnte ein wenig informieren und auch Klarheit schaffen.

Leon de Belays

Herold von Erkenfara