Audvacar, die Stadt der Händler (1991)
Audhacar, die Stadt der Händler
Aus der Geschichte

Audvacar blieb während des gesamten Zeitalters ob seiner Lage und später auch aufgrund seiner Machtfülle unabhängig von den Vereinigten Königreichen der Völker. Und so wird es verständlich, daß die Händler diese Zeit gut nutzten um einen bedeutenden Teil der Geheimnisse der Wissenschaft und Magie zu lüften. Nicht nur das Wissen um die Gesetze der Natur und des Kosmos erlangten sie, nein, auch in die Räume zwischen den Welten müssen sie vorgedrungen sein, da heute die Existenz von Weltenorten und die Anwesenheit von Archidämonen und Objekten anderer Welten als bewiesen angesehen werden muß.
Als im letzten Drittel des Zweiten Zeitalters ein Heer von Söldnern und Piraten, die sich zur Plünderung der ihnenreste den alten Imperien zusammengeordnet hatten, einen Überfall auf Audhacar durchführte, wurde die ganze Macht der Händler — sie werden in Rhun heute respektvoll Aldarbacar genannt — deutlich. Mehr zog auf über der Region — und als sich das Wetter besserte gab es keine Spur mehr von der großen Streitmacht der Angreifer, wie sich die Plünderer selbst genannt hatten. Einige Zeit später trieben an allen Küsten Erkenfaras monatelang zerfetzte Trümmer der großen Flotte an. Es muß also davon ausgegangen werden, daß Audhacar nicht nur äußerst wehrhaft, ja unangreifbar sondern, wie sich bei einem Vulkanausbruch in Nachbarschaft der eigentlichen Stadt zeigte, sogar unzerstörbar ist.
Anlagen und Bauten die für solcherlei Schutz verantwortlich sein könnten, sind selbst bei genausten Untersuchungen, die zudem recht gefährlich werden können, nicht auffindbar. Zudem sind mehrere Regionen dem Besucher verboten. Diese Gegenden verfügen darüber hinaus über einen wirksamen Selbstschutz wie beispielsweise die Ungeheuerküste, oder die Golgonda-Sümpfe. Das innere Stadtbecken ist ausschließlich nur für Seeschiffe der Aldaraner erreichbar, da sie als einzige die Geheimnisse des gigantischen Mahlstroms vor der Tiefseebestie beherrschen und ihn durchfahrend auch ungeschoren den Korridor der Passeris passieren können.
Dieser sogenannte Korridor besteht vermutlich aus einem Tunnel am Meeresgrund — und Ausgang ist ein steinerner Dämonenkopf mit weit geöffnetem, zähnefletschendem Maul, die Einfahrt bildet. Besucher der Insel pflegen dieses Bauwerk gerne zu betrachten aber niemand außer den Besitzern ist je hineingefahren und wieder hinausgekommen — außer zwei vorwitzigen Kriegern, die den Korridor als fahrende Flöhe verließen und alsdann vom Mahlstrom verschlungen wurden. Was wirklich in jener Tunneldurchfahrt lauert ist niemandem bekannt.
Gestalt und Besonderheiten
Wer „Stadt der Händler“ aufsucht, der ankert an den Küsten von Landsee oder Landsariz, die meist von einigen der umliegenden Nationen mit Billigung Audhacars besetzt gehalten werden. Von hier aus gelangt man auf dem Landwege oder mit tragbaren Booten über die schiffbaren Flußläufe bis in die Noreyata-See. Mit besonderer Erlaubnis ist es dann auch möglich, in das innere Hafenbecken zu Füßen der eigentlichen Stadt Audhacar zu gelangen. Aber auch an den Außenküsten und denen der inneren See gibt es zahlreiche Orte die angelaufen werden und als Häfen und Handelsplätze dienen.
Die Stadtteile

Audhacar ist die größte und in ihren Wurzeln älteste Stadt Erkenfaras. Nichts was man hier nicht finden oder erwerben könnte so man den Preis bezahlen kann. Angehörige aller Völker Erkenfaras und offenkundig noch einiger anderer Welten und Ebenen beleben das abwechslungsreiche und über alle Maßen vielfarbige Stadtbild. Diese Vielschichtigkeit findet sich auch in den Baustilen und Anlagen des Hafens und der Unterstadt wieder. Enge, verwinkelte und verruchte Gassen voller Basare und düsterer Nischen wechseln scheinbar willkürlich mit ausgedehnten Gärten und breiten, schattigen Alleen oder sonnenhellen Plätzen. Viele gewagte Brückenkögen überspannen den Bhuul, dessen Wasser die Stadt in der Mitte teilt und im Bereich der Oberstadt häufig durch Kanäle und künstliche Grotten unter den Prachtbauten der Audranar durchtauchen. Der Bhuul speist auch die Wasserversorgung und Abwasserführung der ganzen Stadt, die in mehreren, geradezu genial angelegten Leitungssystem jeden Winkel und jedes Haus erreichen.
An der Grenze zu Ober- und Unterstadt liegen in Flußnähe die Arenen und Sportstätten, wo die berühmten Wagenrennen und athletischen Wettkämpfe stattfinden. Hier befindet sich auch der einzigartige und universelle Zoologische und Botanische Garten in dem man die seltsamsten und fremdartigsten Dinge und Wesen besichtigen kann. Ein besonderer Ort ist dort auch das


