Erkenfara Song Contest

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Version vom 15. Mai 2026, 18:18 Uhr von Ursus (Diskussion | Beiträge)
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Der **Erkenfara Song Contest** gilt heute als die zivilisierte Weiterentwicklung des alten Bardenwettstreits, der seit jeher zwischen den Reichen Erkenfaras ausgetragen wurde, wenn man einander zwar verachten, aber ausnahmsweise nicht belagern wollte.

Früher trafen sich die Barden auf einem windschiefen Podest, trugen Heldengesänge, Spottlieder und bedenklich lange Lautensoli vor und warteten darauf, dass ein neutraler Greis mit Hut aus dem jeweiligen Gewinnerland des Vorjahres entschied, welches Reich in diesem Jahr kulturell überlegen sei. Da diese Entscheidungen regelmäßig zu Handgemengen, diplomatischen Krisen und mindestens einem Vernichtung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl an Singvölgeln führte, wurde der Wettbewerb irgendwann modernisiert.

Heute entsendet jedes Reich einen offiziellen Beitrag: Theostelos meist einen Chor mit siebenundzwanzig Priester*innen, drei Weihrauchmaschinen und einem mehr oder weniger freiwilligem Opfer für die blutrünstige Untermalung des Refrains. Die Nordheimer schicken bevorzugt jemanden, der in Leder, Fell und fragwürdiger Stimmung über Schnee, Blut und verlorene Ziegen singt. Aus den Handelsstädten kommt jedes Jahr ein Lied, das bereits vor der ersten Strophe von zwölf Sponsoren unterbrochen wird. Die Untonten bestehen darauf, dass gelegentliche Wiedererweckungen von Zombies kein Bühnenbild, sondern ein legitimer Teil der Partitur sei. Aus Helborn kommt vermutlich ein schöner Gesang, der jedoch durch die Ritterhelme merkwürdig verzerrt und blechern klingt.

Bewertet wird nach einem hochkomplizierten Punktesystem, das offiziell Gesang, Text, Bühnenpräsenz und kulturelle Eigenart berücksichtigt. Inoffiziell zählen Bündnisse, alte Kränkungen, Handelsverträge, Bestechung in Form von Käse und die Frage, ob der Nachbarstaat im letzten Jahr wirklich zwölf Punkte verdient hatte oder nur einen sehr hübschen Harfner geschickt hat.

Besonders gefürchtet ist die Punktevergabe. Wenn die Sprecherin aus Theostelos mit feierlicher Miene verkündet: „Unsere zwölf Punkte gehen an … uns selbst, denn Demut ist eine Prüfung“, weiß jeder, dass der Abend gelungen ist. Ebenso traditionell ist der Moment, in dem Eoganachta empört nur einen Punkt erhält und daraufhin ankündigt, im nächsten Jahr mit dreizehn Schamanen mit Obertongesang und einer entsprechend bewaffneten Reiterschar zurückzukehren.

Trotz aller Intrigen, schiefer Töne und Liedtexte, die vermutlich als Kriegsgrund ausreichen würden, bleibt der Erkenfara Song Contest eine der größten Errungenschaften des Kontinents. Denn solange die Reiche einander mit Refrains, Kostümen und passiv-aggressiven Jurywertungen bekämpfen, ruhen die Kriegstrommeln.