Gedanken zum Treffen 1997
Gedanken zum Treffen – Erkenfara – 1997
Wie immer, so rückt der Termin des legendären Treffens in Frankfurt näher. Und die Frage, wie wird es diesmal sein. Letzte Vorbereitungen werden getroffen, die Zelte herausgekramt, Isomatten gesucht, Kaffeepulver gekauft, und, und, und...
Das Auto wird wieder mal bis unter die Decke bepackt, Fahrer und Beifahrer finden sich auf ihren Plätzen ein. Man steht im Stau oder nicht, freut sich über das schöne Wetter und hofft, daß es so bleibt. Beim Zeltcon eingetroffen, wird sofort alles ausgepackt, mit mehr oder weniger einstudierter Routine ein Zelt nach dem anderen aufgebaut, die Biertische und Bänke sowie Getränke besorgt, ... und dann geht es los: Das Verhandeln, das Besprechen, das Besuchen, und somit auch die erste Gemeinsamkeiten.
Wappen, Schilde, neue Figuren werden bestaunt, das Namensgedächtnis aufgefrischt, und nach einer gemütlichen Nacht kann es losgehen. Nach dem mehr oder weniger reichlichen Frühstück werden die Gewänder übergestreift, Waffen angelegt, freundliche oder weniger freundliche Gesichter (je nach Spielcharakter) aufgesetzt und würdevoll wird zur Begrüßung geschritten. Die Glocke wird geläutet und es kann mit dem ersten Spielzug begonnen werden. Voller Spannung und Erwartung geht man an die Sache ran. Aber auch mit ein wenig Mißmut, Unsicherheit, Nervosität, denn die Einführung des Computers in das ehrwürdige Zeitalter Erkenfaras bringt doch eine Menge neuer, interessanter und vorübergehend auch nicht beglückende Erfahrungen mit sich. Es muß nicht mehr so viel Papier hin- und hergetragen werden, was bei dem beständigen Wind auch Vorteile hat, zumal der göttliche Platz nunmehr ein göttliches Zelt ist. Die Life-Stimmung an der Karte geht dabei zwar leider etwas verloren, ist jedoch aus persönlicher Sicht sicher zu verstehen und auch aufgrund der Neuregelung von „Obmann“ zu „Spielleitung“ sicher nicht anders zu handhaben. Deshalb sind wir, die Mitspieler, gefragt. An der Karte waren die Zuschauer bei den Charakterkämpfen sehr viel mehr beteiligt, als sie es jetzt, außerhalb des Spielzeltes sind. Was können wir also tun, um aus dieser „Außenposition“ wieder ein zentrales Geschehen erreichen zu können? Die Glocke läuten? Oder ist es den anderen Reichen egal, wie die einzelnen Charaktere kämpfen? Dabei sind es doch die Vorbereitung zu und die Ausführung der Kriegshandlungen, die unsere Aufmerksamkeit benötigen. Vielleicht schaffen wir es auch, den einen oder anderen „Kriegsbericht“ im Rundschreiben oder in der Kultur der einzelnen Reiche zu finden, der die Dramatik, die Verbissenheit, die Trauer und auch die Freude über den Erfolg einen Krieg gewonnen oder beendet zu haben, schildert.
Doch Krieg alleine ist Gott sei Dank nicht alles. Dies wird uns, nach dem dramatischen Kampf zwischen Yaromo und Rhun mit der Besiegelung eines Friedensvertrages zwischen den Reichen Yaromo, Eoganochta, Teostolos und Rhun gezeigt. Und ich beginne mich zu beruhigen. Ich höre auf, mich zu fragen, ob der Kaiser von Teostolos mit dem Norden ausschließlich Rhun oder auch andere Reiche im Norden gemeint hat, bei seiner Rede der Südwinde und des Todes. Denn im Reiche Northeim geboren, im Reiche Northeim aufgewachsen, im Reiche Northeim lebend und dem Herrscher des Reiches Northeim dienend, möchte ich noch gerne viele Jahre auf meiner Burg und in deren Umgebung verbringen, ohne Krieg, ohne Südwind und vor allem ohne Tod. Leben heißt das, was wir wollen und was ich vor allem möchte.
Leben müssen wir aber auch mit den größeren und kleineren Problemen, die es bei unseren Treffen immer wieder gibt. Kein Treffen ist gleich wie das andere. Und schwer ist es, die Treffen miteinander zu vergleichen (zumindest für mich!). Daß wir in diesem Jahr die stattliche Anzahl von 3 Spielzügen ziehen werden, war vor dem Beginn des Treffens von niemandem erwartet worden. Deshalb freut es mich, daß wir uns alle zusammengefunden haben, in diesem Jahr Dinge zu regeln und zu klären, die uns das nächste Jahr wieder spielenswerter machen. Und gerade auch deswegen ist dieses Treffen für mich eines der gelungensten, da in allen Schwierigkeiten eine Chance steckt und wir diese Chancen gemeinsam genutzt haben. Es ist nicht der „Obmann“ oder ein Reich alleine, der/das uns Schwierigkeiten bei der Spielzugabwicklung macht. Oft sind wir es auch selbst, da wir unseren Unmut hinunterschlucken oder mit anderen teilen, die dann auch nichts bewegen, vielleicht aus der Überzeugung heraus, doch ohnehin nichts bewegen zu können.
Aber wie es sich zeigt, ...., es geht immer irgendwo ein Lichtlein auf...
Und so möchte ich mich bedanken bei:
- Olaf, der auch mir sein offenes Ohr zu morgendlicher Stunde (vor dem Schlafengehen) geliehen hat
- Andre, für seine Offenheit und für seine Unterstützung, uns wieder auf einen gemeinsamen Weg zu bringen,
- der neuen Spielleitung, daß sie sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellt und somit eine nicht nur lebenswerte, sondern auch liebenswerte Welt „Erkenfara“ am Leben erhält.
- Astrid, für ihr offenes Ohr und ihre Unterstützung und
- bei allen, die in der Orga tätig sind, damit wir alle etwas zum Sitzen und Essen haben, uns die Hände, Gesicht und auch mehr waschen können und daß trotz so vieler Besucher das stille Örtchen nicht zu einem unbenutzbaren Örtchen verkommt.
Mein Dank gilt aber auch dem Reiche Rhun. Zum einen für die alljährliche Durchführung des Wagenrennens und zum anderen für die Gestaltung und Durchführung des Ritterturniers, das nach meiner Meinung das Beste war, das ich seit langem gesehen habe. Und ich freue mich mit und für Rhun, daß an diesem Turnier, trotz dunkelster Lichtverhältnisse, so viele Edle teilgenommen haben.
Mein Dank gilt auch der Gilde, die bereits viel Routine in der Bewirtung ihrer Gäste hat. Es ist auch nach sonnigen Tagen immer mal wieder schön, ein warmes Plätzchen zu finden, an dem man willkommen ist. Ein Plätzchen, an dem man auch ganz zwanglos andere Herrscher, Festungsherren, u.s.w. antreffen und einen gemütlichen Plausch, fern des „Alltagsgeschehens“ (Heere ziehen, Schiffe versenken, Gefangene einkerkern oder freilassen, etc.) durchführen kann.
Dem Reiche Avallon sei selbstverständlich gedankt, daß es noch immer nicht das Faß mit dem ewigen Inhalt gefunden hat, so daß wir auch im neuen Jahr wieder auf einen guten Schluck hoffen können.
Und allen anderen, bei denen ich mich noch nicht bedankt habe, bedanke ich mich hiermit, daß auch sie den Kopf nicht in Sand gesteckt sondern sowohl in kulturellen Dingen, wie auch im Rat der Grauen Eminenzen durch ihr aktives Mitgestalten zu einem schönen und guten 2. Teil des Treffens mit guten Grundlagen für das nächste Treffen beigetragen haben.
Ich bin mir sicher, daß wir jetzt angefangen haben, wieder mehr miteinander zu spielen und daß dieses Miteinander uns noch mehr Spaß und Freude für die nächsten Jahre garantiert, und zwar allen, nicht nur den Spielern und nicht nur der Spielleitung. Denn gemeinsame Freude ist mehr....
Hochachtungsvoll,
Eure
TAMARA, die Rote
aus dem Hause und dem Reiche Northeim
